schreibnetz - Roman 1 - Literatur

L i t e r a t u r

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Die Türme

Es sind kleine achteckige Ronden, die an den beiden Flanken der Ostwand des Gemäuers das Haus abstützen. Ich nenne sie aber Türme weil sie ganz alleine mir gehören. Darunter wohnt ein alter Cellist. Ein netter Bursche. Aber der hat keine Türme. Der hat Erkerchen an dieser Stelle. Sehr schöne Erkerchen. Aber nur eben die Spur eines Turmes.

Gründerzeit und Jugendstil. Nach vorne zwei Säulen mit verspieltem Portal und zum Garten zwei Türmchen. Die beiden Röhrchen sind viel zu schmal für eine Wendeltreppe. Aber bei mir in den Türmen ganz oben befindet sich jeweils die schmückende Animation von Wendeltreppen. Im Nordturm solches und im Südturm ebendies.

Bis vor vier Jahren wohnte mein Onkel noch im Haus. Ganz unten. Und dort wo heute der Cellist wohnt, da wohnte die Friedel. Das war die Freundin von meinem Onkel Ranzenhuber. Sein richtiger Name wäre gewesen Huber-Franz. Aber kein Besucher wäre angekommen, hätte er im Ort nach solchem oder gar nach einem Franz Huber gefragt. Der Ranzenhuber war zu dick und er hat zu viel geistige Getränke konsumiert. Manche redeten sogar von einer gewissen Maßlosigkeit.

Mit 52 Jahren fiel er im Wirtshaus um. Mit der Ambulanza nach Bozen. Und als ich zwei Stunden später dort ankam, da war er bereits tot.

Feuerrot war sein Kopf, als ich, als erster aus der Sippe, Abschied nahm. Es schien mir, als würde er sich nachgerade schämen. Das rührte mich. Ich betete wahrhaftig einen Rosenkranz. Und mein Dank an die barmherzige Schwester die mir selbigen in die Hand gedrückt hatte, war aufrichtig und kam aus tiefsten Gemüte.

Mein Onkel Ranzenhuber war nicht verheiratet. Das Haus fiel an drei Teile. Von den drei Erbberechtigten habe nur ich meinen Teil behalten. Ein Glücksfall. In des Onkels Wohnung ist nun eine pensionierte Lehrerin eingezogen. Sie hat einen sehr freundlichen Hund. Darüber der Cellist. Und dieser fiedelt nicht im Hause.

Sicherlich, der Garten ist total verwildert. Aber es ist Ruhe. Wie ich gehört habe, soll es im "Selleneck", dort wo der Ranzenhuber seine beiden letzten Schweinshaxen, nebst fünf Liter Bier in sich brachte, - auch sehr viel ruhiger geworden sein. Von den Erbstreitereien und den Problemen mit der zänkischen Friedel wegen ihrem Wohnrecht, habe ich wenig mitbekommen. Ich hatte meine Wohnung verrammelt und - mich abgeseilt. Erst vor einem Jahr bin ich hier wieder heimisch geworden. Heimischer als früher, glaube ich.

Es war genau vor einem Jahr als ich wieder einzog. In der Zwischenzeit hatte immer wieder einmal ein Staatsbediensteter nach den beiden verschlossenen Türen gesehen. Mein guter Notar Bianci hatte die Umwandlung in Eigentumswohnungen abgesegnet und die ensprechenden Gebühren bezahlt, - immer wieder die Verwandtschaft besänftigt und einige Ganzkäufer verschreckt. Die Frau des Staatsbediensteten war so freundlich und sah nach der Wohnung. Immer nur Nachts, wie sie mir erzählte, und immer in Polizeibegleitung. Ich war sehr zufrieden und dankbar.

Kurz darauf wurde mir mein Auto entwendet. Ein Mietwagen, oder Leasingwagen, wie man das auch nennen mag der Wagen war weg und ich stand in der Nachweihnachtszeit und zwei Tage vor Neujahr in Mailand und wartete auf die Polizei.

Dreiundzwanzig Stunden und achtundvierzig Minuten später durfte ich wieder gehen. Das war auch völlig in Ordnung. Wenn die Polizei einen Verdacht hat, dann muß sie diesem Verdachte auch nachgehen. Und wenn dies etwas länger dauert, dann ist unter Umständen nicht die Polizei daran Schuld. Die dürfen nur nicht übertreiben. Eigentlich dürfen sie überhaupt nichts treiben. Aber wenn jemand den Anschein erweckt, dass er irgendetwas zu verbergen hat, und zudem noch etliches hat, was er nicht verbiergt, dann bekommen italienische Polizisten ganz runde Augen. Ich ließ also schweren Herzens meinen Führerschein und zwei Pässe bei den Hoffnungsfrohen und versprach innerhalb von einigen Tagen zurückzukommen um sie einzulösen. Ich bekam eine Quittung und einen Hilfsausweis.

Nachdem ich mitten in der Nacht an einer trostlosen Ecke in Mailand den Diebstahl meines Automobils festgestellt hatte, stand ich einen Tag später mitten in der Nacht an einer noch trostloseren Ecke in Mailand und spielte mit meinem Ersatzausweiss. Ich werfe ihn weg, dachte ich, - mieme den Gantenbein und warte ab was kommt.

Das tat ich dann nicht. Ich fuhr mit der Bahn und mit Taxi in die Huberburg zurück und übergab die ganze Sache nebst Quittung an meinen Dottore Bianci. Die Sache zog sich bis in den Mai, war sehr ärgerlich und hemmte meine Flexibilität beträchtlich.

Dies Elend kann den Glücksfall nicht mindern, da es ja der Auslößer war. In die Enge meiner Wohnung getrieben beschloss ich einen Umbau. Innenausbau mit selbst Hand anlegen. Ein örtlicher Handwerker löcherte mich seit meiner Ankunft mit einem alten Versprechen, welches ich ihm vor Jahrenden gegeben hatte.

Im Winter hätte er eh wenig zu tun. Es käme ihm gerade recht. Jünger würde er auch nicht mehr werden. Und er habe gerade Eibenholz in besonderer Qualität. Als ich an seiner Tür klopfte und er meiner ansichtig wurde, meinte er, ohne ein Wort von mir gehört zu haben, - er habe ganz genau gewu&szligt; dass ich auf sein Angebot eingehe. Zur Bestätigung rief er seine Frau. Ja! Das hat er so gesagt! Gerade heute wieder! - Ganz kurz hatte ich den wackeren Arbeitsmann in Verdacht, dass möglicherweise er es gewesen sein könnte, der mir das Auto geklaut. Es war wohl aber doch schlicht nur reine glückliche Fügung des Schicksals, wie bei mir.

Ich hatte die Kemmenade ausgeräumt und nutzte nun die Wendeltreppe um den morschen Stuck von der Decke zu klopfen. Denkmalschutz wird in einem freien Lande eben den Bürgern überlassen, erklärte mein Handwerker. Der mußte sich auskennen. In Lübeck hatte er sogar einmal eine Jacht innen voll ausgestattet. Alles in Wurzelholz. Ein Vermögen habe er gemacht.

Acht Stunden am Tag und Meisterlohn. Ich ging darauf ein, reduzierte auf eine Fünftagewoche und legte zur Anregung des Geistes und mit etwas Gerechtigkeitssinn, noch einen beträchtlichen Betrag dazu. Kein Mensch in Europa wird mir dies in hundert Jahren glauben, aber der Bursche bekam täglich eine ganze Million. Ein Vermögen hat er sich bei mir gemacht. Ein kleines.

Mein Handwerker, seinen Namen kann ich nicht nennen, er lebt noch und er will nur zu den ganz normalen Verdächtigen im Ort gehören, wenn der Literat in der Huberburg einmal irgendwas schreibt. Mit dem Literaten war ich gemeint. So eingebildet sind die Leute hier schon. Aber er hat es wohl irgendwie geahnt.

Nein ! Die Decke sei auch nicht zu retten, hatte er schon früh entschieden. Also die gleiche höllische Arbeit wie im Nachtturm. Rattendreck und Taubenkot, Hamsterlager und Eichhörnchenverstecke, Schimmelpilz und Ebolavirus um nur einige Erwartungen zu schildern. Die ganze Glockenkuppel war in der Runde total bröselig und in der Höhe war das Zeug hart wie Beton. Eine völlig andere Struktur des Verfalls. Hinter dem harten Gips ergab sich als Formmittel eine Mischung aus Bitumen und fein gehäckseltem Stroh. Darüber eine grüne Harte Masse, die sich als getriebenes Kupferblech herausstellte, welches über die ganze Kuppel hinweg reichte. Ein großer Kupferkessel. Fest in den Mauern des Rundes verankert.

Ein Kran mußte kommen. Der Turmgiebel wurde abgedeckt und der halbe Globus wurde herausgezogen. Trotz der freundlichen Bereitschaft der Truppe das Ding kostenlos zu entsorgen, entschied ich mich anders. Das wird ein Pavillion sagte ich. Das hat hier gelebt. Ich lasse es weiter leben. Fünf Zentner Kupfer! Wer verbaut denn so etwas. Und noch so ungeschickt. Es reicht nicht völlig über das Gemäuer. Das Ding hat mehr geschadet als genutzt.

Der merkwürdige Überbau liegt hinter dem Haus bis in den Sommer. Längst ist die Wohnung eingerichtet und ich darf wieder Auto fahren und alle meine Pässe benutzen. Ich solle es nur vermeiden, immer alle Pässe, mit mir herumzutragen. Der Kessel liegt auf dem Rücken. Ich hatte ihn mit einer recht milden Natronseifenlauge gefüllt und eine Plane darüber gedeckt. Die Steine zum Beschweren derselben lagen unberührt darauf.

Die ganze Schicht aus Häxel, Bitumen und Teer hatte sich vom Metall abgelöst und war zu einer bis zur Plane hochdrückenden schmierigen Masse gequollen. Fünf Schubkarren Sondermüll landeten im Container. Nun fiel mir eine Merkwürdigkeit des Objektes sofort ins Auge. Also blinzelte ich. Ich hatte geholfen das Ding aus dem Turm zu ziehen. Es war eindeutig ein Kegel. Von der hohlen Seite war es aber nun ein Kegelstumpf. Irgendwer hatte zu dem ganzen Unsinn der Verwendung auch noch eine gänzlich überflüssige Kupferplatte eingesetzt. Da ich mir so viel Schwachsinn nicht vorstellen konnte wurde ich unruhig. Ich blickte mich um und fing an zu pfeifen. Begann die Plane wieder über das Objekt zu ziehen. Hörte auf mit der Pfeiferei weil dies ja möglicherweise der Auslöser für Aufmerksamkeiten sein könnte.

Auf dem eingesetzten Blech hatte ich geglaubt Buchstaben und Schrift zu erkennen. Ich legte die Steine recht sorgfältig auf den Planenrand. Es war noch recht früh am Tag. Die Vögel pfiffen und ich pfiff nun auch.

Mein Automobil hat nun eine Wahnsinnsalarmanlage, aber es vergreift sich niemand an dem Ding. Ab und zu fahre ich an eine unauffällige Stelle und rüttle im Alarmmodus an der Tür. Ganz leicht. Schon geht es los. Als ich am Abend aus Belzano zurückkam hatte ich alles was ich wollte. Den dunkelsten Sonnenschirm den es in der ganzen Stadt gab, eigentlich ein Ladenhüter, - sowie: eine Akudiamantfräße wie sie eigentlich nur an Panzerknacker vergeben wird.

Am nächsten Tag in aller Hergottsfrühe war ich im verrotteten Garten und fummelte an der Plane herum. Die Steine lagen noch so wie ich sie gelegt hatte. Abwechselnd, einer spitz zum Objekt und einer flach...

Ja! Gnädige Frau! Ein Pavillion Signora! Sie ist aus dem Süden und sie hört beides gern. Auf die Bedeutung des Objektes verweißend: Getriebenes Kupfer! Eine Meisterarbeit! - Sie pflichtet mir bei und will wissen von wann. Vielleicht hat man in der Gründerzeit, als das Haus gebaut wurde, alte Pavillionhimmel in den Häusern eingebaut. - Ja das glaubt sie auch. Ihr guter Hund rettet mich und lockt sie wieder ins Haus.

Ich stelle nun eine Holzbank auf und drapiere diese mit etlichem Werkzeug, Farbdosen, Poliermittel und einem kleinen Berg Putzwolle. Es sieht bedrohlich arbeitssam aus. Abschreckend.

Der Cellist verläßt um neun Uhr das Haus wie immer und die Gartentür ist verriegelt. Der Keinerwollteihn-sonnenschirm ist nicht glücklich über seine Befreiung. Ich muß Gewalt anwenden und der Widerspenstige hat den Schaden. Ein Spreizbügel bricht knochentrocken ab. Ich beginne mit dem Schirm zu reden, besänftige ihn, worauf er sich langsam streckt, dabei aber deutliche Zeichen eines halbseitigen Schlaganfalles erkennen läßt.

Ich schiebe die Steine ganz fest unter den Rand der Kupferschale. Der Grund ist schnell völlig gesäubert. Vier Namen sind mit feinem Stichel aber in großflächiger Ornamentik in das Blech eingegraben. Dazu bei einem jeden Namen eine Jahreszahl und offensichtlich der Geburtsort. Die Namen sind in der Form eines Keltenkreuzes im Runde, aber in einer Ausrichtung angeordnet. In der Mitte des Kreuzes stehen drei Zahlen in einem Dreieck. Die beiden Schenkel des Dreieckes werden durch die Zahlen 1916 und 2005 gebildet. In rechtsläufiger Schrift gewinkelt, stehen sie auf der Zahl 1920.

Die Namen und Daten sind: Im oberen Kreuzbalken Joseph Arndt Weding * 1844 Rhoda ,auf dem linken Kreuzbalken (von Ansicht): Fidel Erbelding * 1858 Spieszen, andererseits: Giesmunth Lamberti * 1873 Koenigsbergh, und letztlich im Fuße des Kreuzes: Ligundo Drosz * 1910 Pamplona.
Hart an der Lötkante schnitt ich die Tafel heraus. Die Fräße schnitt wie in Butter und am Schnittende klappte es wie ein Deckel leicht nach oben. Sackleinen und darin eingeklemmt eine Blechkartusche, mit einem Scharnier versehen, nicht größer als eine alte Aktenmappe. Ich erkenne noch ein Siegel und schiebe das Ding unauffällig in eine mitgebrachte und viel zu große Ikea-Tasche. Ich lößte das Siegel mit einer Klinge. Im Inneren der Kartusche war ein flaches Holzkästchen, welches, auf beiden Seiten aufklappbar, jeweils eine pollierte Messingplatte mit Gravur und Schrift enthielt. Beide Platten etwa in der Größe und Form eines handelsüblichen Mouse-Pads.

Auf der einen Platte steht in den Sprachen: Deutsch, Italienisch und Latein folgender Text:

(Deutsch:) - Der Finder, vor der Zeit, übergebe diese Schriftplatten dringlich dem Heiligen Vater in Rom. Er soll reichlichen Lohn daführ erhalten, sowohl in dieser Welt als auch in der Anderen. Verletze nicht den zweiten Turm!

Auf der Rückseite der Platte befindet sich eine eingrafierte Skizze. Ein Lageplan offensichtlich.

Die andere Platte enthält auf Latein folgenden, ins Deutsche übersetzten Text:

Dies ist die Vorhersage des Johannes Gommel, daß er wiederkehren wird auf die Erde an Mathäi im Jahre des Herrn 2005 - also er tot gewesen von 1916 bis zu diesem Tage und in der Zwischenzeit einen einzigen Augenblick im Paradiese verbracht.

Rückseite: Die Zunge ist vom Künstler geglättet; sie selbst sind vergoldet und versilbert und doch nur Truggebilde und können nicht reden. Wie für ein putzsüchtiges Mädchen nehmen sie Gold und verfertigen Kronen für die Häupter ihrer Götter. Es kommt auch schon vor, dass die Priester Gold und Silber von ihren Göttern heimlich wegnehmen, um es für sich zu verbrauchen oder auch den Dirnen im Hause davon zu geben. Auch schmückt man sie wie Menschen mit Gewändern, die silbernen, goldenen und hölzernen Götter; aber diese können sich nicht einmal gegen Grünspan und Wurmfraß schützen.

Gebot: Verletze nicht den zweiten Turm, war rätselhaft. Ich versuchte mich mit der Skizze. Eine Oktoedersäule. Ein Achteckiger Turm. Innen rund. Am Sockel ein Ahornblatt ohne Stiel.

Am Grunde eines jeden Söllertürmchen befinden sich jeweils ganz niedrige Holztürchen. Nach Südosten führt eine Tür in Waschstube und Treppenhaus. Zur Nordseite hin befindet sich hinter der Tür der Lagerraum für Gartengeräte. Seit der errötend Verblichene nicht mehr auf dieser Erde weilt, hatte ich diesen Raum nicht mehr betreten.

Wo ich wirren Unrat und Gerümpel vermutet hatte, fand ich wohltuende Leere. Bis auf einen Spaten und eine Hacke, welche man des Wegwerfens nicht fähig, war neben Spinnen nichts zu finden.

Rund um ist der Raum in Kopfhöhe mit Schmucksteinen gemauert. Rebenblätter und kein Ahorn. Bei einem Stein ist der Stiel des Blattes fein säuberlich weggemeißelt. Der Fügenmörtel dieses Steines unterscheidet sich nicht von den anderen Verfugungen der restlichen Schmucksteine. Die schmucklosen Steine zeigen einen älteren Mörtel. Da die Schmucksteine bestimmt nicht nachträglich eingesetzt wurden, bleibt nur die Möglichkeit, daß sie zu einer späteren Zeit, alle gänzlich neu verfugt wurden.

Zwei Stunden später berge ich bereits meinen zweiten Schatz dieses Tages: Die Dokumente des Pfarrers Sperling!

Messingplatten und Kupferscheibe befinden sich nebst Manuskripten und Fundstücken sämtliche an dem sichersten Ort den es auf dieser Welt gibt, in einem Gnomenschließfach in der Schweiz.

Das Gebot, den zweiten Türm zu schützen, konnte ich in der Folge klären:

Gegen Ende des 2. Weltkrieges kam es im Tal zu kriegerischen Handlungen. Mehrere ältere Einwohner, besonders Einwohnerinnen brachten folgenden Sachverhalt zu Tage. In der Huberburg befand sich vor und nach dem Kriege ein Hotel Garni. Während der Zeit des tausendjährigen Reiches war es eine Art Kasino für Unteroffiziere. Nun ist unklar ob es sich um italienische Resistenzler oder US-Amerikaner handelte. Jedenfalls wurde das Haus von einer Haubitze getroffen und eines der Türmchen zerstört. Das Schutzgebot war nicht erfüllt worden. Falls sich dort ein ebensolches Objekt wie im unbeschädigten Turm befunden haben sollte, war es offenbar verloren, so meine damalige Vermutung.

Vor einigen Tagen erhielt ich, gerade nach einer beschwerlichen Überfahrt aus Amerika in Deutschland angekommen, ein Fax mit der lapidaren Mitteilung:

...Ihrem Gesuche wurde statt gegeben und so sollen Sie sich tunlichst am 9.Januar 2002 bei Msgr.Giancarlo Lombardi in Rom Vatikanstadt (folgt Adresse) einfinden...

Wenn ein ganzes Bündel von Merkwürdigkeiten auf einmal kommt dann stimmt irgend etwas auch nicht. Seit einem halben Jahre warte ich auf einen Bescheid aus Rom. Dann kommt eine Zusage. Dann die Dringlichkeit. Auch ist keine Uhrzeit angegeben. Der Monsignore wird bestimmt nicht den ganzen Tag auf mich warten. Als hätte man mir aufgelauert.

Ich setzte mich unverzüglich in den Zug und kam zum 9.Januar, am Vormittag in Rom an.

Ein freundlicher Schweizer brachte mich zu Msgr.Lombardi. Ich mußte nicht warten und wurde unverzüglich vorgelassen.

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