Lars Jane Dahn    schreibnetz.de-----

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Jahrbuch 2007



Ein Jahrbuch hat bisher gefehlt. Ich bin nicht ganz sicher, ob.

Das was wichtig ist, aufschreiben. Es muß nur herausgefunden sein was wichtig ist.

Für die Marktfrau ist das Gewicht wichtig, dann der Preis. Für eine übergewichtige Person ist vielleicht auch das Gewicht wichtig. Für die deutschfranzösische Flugzeugfirma Aeroflopp-Airbus war das Gewicht besonders wichtig. Zehntausend Leute werden gerade deswegen gefeuert.

Was will man in hundert Jahren wissen? - Die USA haben gerde den zweiten Iraker aus der Sadam-Truppe aufgehängt. Er will neben seinem Boss beerdigt werden. In Nürnberg haben sie die Erhängten noch verbrannt und die Asche verstreut. Pilgerströme führen zuweilen lediglich zum Grab des durchgeknallten Hess. Wo werden in hundert Jahren die Ströme enden? Die Amis sind doof!

Im Sommer wird in Germanien die Altersrente für das gemeine Lohnvolk um 0,54728 % erhöht werden. Das ist dann ein Bombengeschäft für unsere Alten. Die Mehrwertsteuer um 3 % erhöht. Die Heizkosten um 6,8 % erhöht. Der Herr Zimmermann von der Deutschen Bank wurde dazu verurteilt ein Zwanzigstel seines Diebstahls, ausgeführt durch einen Herrn Esser, an die Staatskasse zu löhnen. Unsere Gesetze schützen die wahrhaften Kapital-Verbrecher!

Ich berichte also besser aus der Steinzeit des Internet. In hundert Jahren wird man das zwar alles nicht glauben, aber ich erzähle es trotzdem:

In Deutschland trägt das Urheberrecht 70 Jahre. Danach darf geplündert werden. Wer will, kann ohne Mühe alle Werke des Herrn Goethe aus dem Netz herunterladen. Das ist sehr praktisch. Es hat mir auch sehr gefallen. Nun gefällt es mir minder. Am Rande taucht nun GOOGLE auf.  Bei Literaturseiten wird dann gezielt Werbung gemacht; etwa in der Art:

"Wollen Sie Schriftsteller werden?" (garniert mit euphemistischen Erfolgsberichten von Anja.P. aus E.); oder:

"Suchen Sie einen Verlag für Ihre Werke?" (garniert mit euphemistischen Erfolgsmeldungen von  Rolf M. aus A)!

So geht es dann weiter mit den Belästigungen. Vormals hervorragende Seiten sind nun mit GOOGLE-Rand verseucht und der ganze Dreck der vormals lediglich durch ungeschicktes hantieren mit der Maus eingefangen wurde hängt nun permanent und bedrohlich die Texturen verändernd am rechten Rand der entwerteten Seiten herum!

Fast alles ist Dreck. Rattenfänger sind da unterwegs und die Micropayment-profiteure  kassieren nun bis in die allerletzten Schichten. Da hängt nun neben Schillers Bühnenstück ein Rattenfängerangebot für Schüler. Bei einer Tour durch den Kräutergarten werden die ärmsten Rentner geschröpft. Bei Genealogie poppt am Ziel wahrhaftig ein Poster mit Adolf Hitler und anderen Knall-Chargen der Vergangenheit auf und es dreut:

"Sind Sie mit berühmten Figuren der Weltgeschichte verwandt?" ( natürlich wieder höchstes Lob von Anja M. aus O.)

Ganz schlimm treibt es (für sechszig Euro für den Klick) ein Anbieter der die hinkünftige Lebenserwartung wissenschaftlich ausrechnet !

Ich sitze nun in der Zwickmühle. Da ist folgender Hintergrund: Seit über einem Jahr schreibe ich einen Blog bei Blogger. Die Firma wurde von GOOGLE aufgekauft. Mir gefiel die Sache bisher. Jetzt gefällt sie mir überhaupt nicht mehr.

Begründung meines Missvergnügens:

Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat.

Das macht Sinn. Dies sollte allgemeingültiges Gesetz werden. Wer trägt nun aber die Haftung bei den von GOOGLE eingebrachten Links? - Viele der beschriebenen Rattenfängermethoden sind nicht sauber. Es wird abgezockt und wenn der überarbeitete Rechtsstaat die Handschellen klirren lassen will, dann sind die Ganoven schon auf den Bahamas. Ich würde (als Geschädigter) den Homepagebetreiber verklagen. Das wird demnächst passieren. Eine Gemeinschaft der Geschädigten wird wohl auch die Macht haben GOOGLE zu verklagen.

Eingedenk dieser Gegebenheiten habe ich letztendlich mit blutendem Herzen, aber bei wachem Verstande zwei Links auf meiner Link-Liste gelöscht. Es hätte ja sein können, dass ich für die Nennung bezahlt oder geldwert entlohnt wurde.  Mein Link auf GOOGLE bleibt bestehen.  Ich mache mich also mit GOOGLE strafbar wenn GOOGLE sich strafbar macht, oder?

Kommt es zu einem Prozess, so stehe ich hinter GOOGLE lediglich in der zweiten Reihe. Ich werde sagen: "Hohes Gericht, ich habe nur die Suchmaschine gelinkt!"

Das keine Haftung bei Gratisangeboten entsteht kann man im Gesetz nachlesen :

§ 675 BGB Entgeltliche Geschäftsbesorgung

(1) Auf einen Dienstvertrag oder einen Werkvertrag, der eine Geschäftsbesorgung zum Gegenstand hat, finden, soweit in diesem Untertitel nichts Abweichendes bestimmt wird, die Vorschriften der §§ 663, 665 bis 670, 672 bis 674 und, wenn dem Verpflichteten das Recht zusteht, ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zu kündigen, auch die Vorschrift des § 671 Abs. 2 entsprechende Anwendung.

(2) Wer einem anderen einen Rat oder eine Empfehlung erteilt, ist, unbeschadet der sich aus einem Vertragsverhältnis, einer unerlaubten Handlung oder einer sonstigen gesetzlichen Bestimmung ergebenden Verantwortlichkeit, zum Ersatz des aus der Befolgung des Rates oder der Empfehlung entstehenden Schadens nicht verpflichtet.

Was mache ich nun mit meinem Blog? - GOOGLE hat da neue Geschäftsbedingungen entwickelt. Die gefallen mir aber nicht besonders gut. Wenn ich nicht vorsichtig bin, dann hänge ich womöglich ganz schnell in einem ganz schlimmen Schlamassel!

Ende des Ersten Quartal-Berichtes-Jahrbuch 2007-III-24-LJD-



==Blauschrift ist aus dem Internet gesaugt==








Die, bei der Neueinrichtung, vormals hier abgelegten Platzfüller-Beiträge, finden Sie als Originale in den Editionen 2002 - 2006 wieder. Wie Sie dorthin gelangen können wird in den FOYERs erklärt! -LJD-2007- Verschwörungskoordinator -