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GOMMEL, Johannes |
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DÄNEMARK, Hersch(el) |
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DÜRR, Jakob |
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SPERLING, Carl Gustav Theodor |
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Gommel, Johannes (1811-1841?)
-Wurde einer breiteren Öffentlichkeit postum bekannt durch die
Veröffentlichungen des J. Hahn "Das Geisterhannesle"
(1848 Ludwigsburg).
"...so kam das Gerede auf in der Gemeinde: Das Hannesle sei
gesehen worden zu Wien und anderen Ortes, ja selbst aus Prag
meldeten sich Brüder und Schwestern die ihn zur selbigen Zeit
(Himmelfahrtstag 1844) erkannten; wiewohl er doch aber gerade zu
diesen Stunden bei mir zugegen war!" - (Aus: Sperling a.a.O.)
Unter den Pietisten des allemannischen Raumes -, oft Abkömmlinge
von französischen Protestanten, die in Folge der sogenannten "Bluthochzeit"
(Bartholomäusnacht) nach Baden, Württemberg und Schwaben
flüchteten, - war Gommel, zu Lebzeiten, besonders aber nach
seinem Tode, eine sehr bekannte Gestalt.
Der großherzogliche Archivar der ersten Kammer der Landstände
Karl Wilhelm Spörin (gestorben: 7. März 1865) berichtet
unter dem 4.April 1855: "... Da nun das gänzlich
unversehrte Grab eröffnet und der Sarg gehoben, - barg dieser
lediglich ein Totenhemd aus weißem Linnen, solches völlig
unversehrt und unverdorben. Es ward weder eine Leiche, noch die
Reste einer Leiche gefunden..."
Leuchterscheinungen werden von Gommel berichtet ("...und da
war immer ein Leuchten seiner Gestalt -wenn er Predigten hielt. Und
wenn er so redete und der Geist über ihn kam, ward es lichter
Tag um ihn, selbst in der Dämmerung einer Stube. Das haben
viele gesehen und können es bezeugen.") - Gommel war
offensichtlich ein Heiler. Er verwendete Kräuter und
Weinbrandtinkturen, sehr erfolgreich. Levitationen und
Jenseitsreisen werden berichtet; ebenso: Heilungen durch Gebet,
Geisterkontakt, Durchsichtigkeit (also: unsichtbar werden könnend),
usw. Obwohl er weder Lesen noch Schreiben konnte und im normalen
Leben keinen vernünftigen Satz ohne Stottern hervorbrachte,
soll er sich in seinen "Verzückungen und Gesichten"
als ein großer Prediger mit höchster rethorischer Qualität
gezeigt haben.
Verbindungen zu J.Dürr, der ein Jahr zuvor (1840) gestorben
war (nach Sperling: durch Gift), liegen sowohl aus zeitlichen als
auch aus räumlichen Gründen nahe. Bei Justinus Kerner ist
von einem Johannes Golem die Rede; und es ist nicht auszuschließen,
daß hier ein, etwas verspieltes, Inkognito genutzt wurde, um
den Gommel (noch zu Lebzeiten) vor den Verfolgungen der katholischen
Kirche (laut: Sperling), oder näherliegender: vor dem
massenhaften Zulauf von Heilsuchenden (wie bei J.Dürr
geschehen) zu bewahren.

Dänemark, Hersch(el)
(1772-1844)
Eigentlicher Name ist: Rabbi Herschel Löw (Stamm: Levi) ben
Ascher; (Oberrabiner der jüdischen Gemeinde in Siebenbürgen,
im heutigen Rumänien).
Wegen der herrschenden Not in der jüdischen Gemeinde, begab
sich der alte Rabbi Löw (ein "Gerechter"), auf eine
siebenjährige Promotionstour durch die Länder: Dänemark,
Holland, Preußen, Frankreich, Bayern, Schweiz und Österreich/Ungarn.
Sein Auftreten in: Baden, Württemberg, Hohenzollern, Schwaben -
ist (im Gegensatze zu den Berichten von Pfarrer Sperling) nicht
dokumentiert!
- In Band I "Die mystischen Erscheinungen des Seelenlebens"
Stuttgart 1880, zitiert J.Kreyher aus den Baseler Neuesten
Nachrichten - vom Oktober 1842:
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B.N.N.26.9.1842:
Der Rabbi ließ, - von einer Anzahl, der, aus der
Universithätsbibliothek herbeigebrachten hebräischen Bücher,
durch die Gesellschaft, welche durchwegs aus Universithätsprofessoren
und Personen des Geistlichen Standes bestand, - ein beliebiges
Werk auswählen, ließ von den Anwesenden eine Seite
des Buches und eine Zeile dieselbiger nennen und gab
augenblicklich die auf dieser Stelle benannten Worte an.
Er hieß jemanden, den Finger, oder eine Stecknadel, - in
irgendeine Stelle eines beliebigen hebräischen Buches zu
legen, oder die Seite zu falten, und nannte dann, ohne des
Vorganges ersichtlich zu sein, die Seitenzahl und den Inhalt. So
ließ er auch mit einer Nadel die Seiten eines Werkes vom
Blocke her durchstechen, und nannte dann, nicht nur die Zahl der
durchstochenen Blätter, sondern genau den Text auf den die
Nadel getroffen.
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Ein Treffen des Hersch Dänemark mit J.Gommel (laut: Sperling)
ist nicht sicher, aber sehr gut möglich

Dürr, Jakob (1777-1840)
- Dürr ist sehr gut dokumentiert.- Sehr früh und noch zu
Lebzeiten bei: C.A.Eschenmayer (Tübingen 1837) "Konflikte
zwischen Himmel und Hölle"; - - J.v.Görres
(Regensburg 1837-42) "Die christliche Mystik". - - Aus
neuerer Zeit ist H.Gehrts erwähnenswert, der völlig neue
und bisher unbekannte Elemente darlegt in: Der Teckbote (1962/137ff)
"Jakob Dürr aus Kirchheim"; ibd: (1963/166ff), "Der
Schneider von Kirchheim". - - Bei Justinus Kerner ist er in
aktuellen ("Geschichten Besessener neuerer Zeit"
Stuttgart/1834) und nachgelassenen Werken ("Die religiöse
Erfahrung in ihrer Mannigfaltigkeit" Leipzig/1907) erwähnt.
Jakob Dürr, Schneidermeister in Kirchheim/Teck, war zu seinen
Lebzeiten eine sehr populäre Figur. Aufbauend auf den
sogenannten "animalischen Magnetismus" des Franz Anton
Mesmer (1734-1815) interpretierte er dessen Lehren völlig
richtig und befleißigte sich der Hypnose. "Sein Blick ist
starr und er erkennt jedwedes Wesen bis zum Grund...; Sein Auge ist
durchdringend..." schreibt der Tübinger Professor
Eschenmayer an Kerner (Briefe: Schillermuseum/Marbach). Dürr
hypnotisiert 20 Jahre vor Dr. James Esdaile, somit dürfte also
nicht ein Engländer sondern ein Deutscher die Hypnose erfunden
haben.
Dürr praktizierte mit schamanistischer Emblematik. Er
verwendete: Stärkemittel, Drogen, Wundergürtel, Amulette,
Pulver, Weihrauch und anderes. Ferndiagnosen und Fernheilungen
werden ebenso berichtet wie Massenheilungen und Verzückungen
von Gruppen. Seine Erfolge sollen enorm gewesen sein. In den Jahren
1816-1824 wurden in und um Kirchheim 18 neue Gasthäuser
errichtet. Ein Zusammenhang mit dem Zulauf zu Dürr liegt nahe;
insbesondere weil die Bevölkerung in den Zeiten des Vormärz
und der Hungerjahre durch Emigration beträchtlich abgenommen
hatte.

Sperling, Carl Gustav Theodor
(1813-1917)
Protestantischer
Pfarrer; Schüler von J.F.Oberlin in Ban
de la Roche (1823-26). Auswanderung
in die Neue Welt: Virginia, Mexiko (1827-33). Rückkehr nach
Baden und erstes Treffen mit Gommel (1834). Seine nachgelassenen
Schriften sind ungeordnet und ohne Titel; konkrete Datierungen sind
selten. Sperling schreibt in mehreren Sprachen und Schriften (Hebräisch,
Latein, Französisch, Spanisch, Armenisch, Englisch, Deutsch).
Von 1840 bis 1916 will er Begleiter des o.g. J.Gommel gewesen sein.
Sperling dürfte kurz vor Ende des ersten Weltkrieges gestorben
sein.
Die
redaktionelle Bearbeitung der Sperling-Dokumente zeigt sich als sehr
schwierig. Die Unterlagen entsprechen mitlerweile etwa 2000
Buchseiten und werden innerhalb dieser Edition an einer eigenen
Stelle in deutscher Sprache und zeitlicher Ordnung eingebracht.
(L-D/Feb.2002)

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